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 Gabriele Quinque

Der Plan Gottes

Zeugnisse
im kabbalistischen
Lebensbaum

Edition Pleroma
 
 ISBN
978-3-939647-35-5
136 Seiten

Hardcover, 15x22
€ 22,00



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Wo die Herzen beginnen, Gedanken zu haben, werden Denkmodelle wie der kabbalistische Lebensbaum zu Kontemplationen herangezogen, um die kosmischen Gesetze zu verinnerlichen und die eigene Psyche mit dem überweltlichen Geist abzustimmen. Die zehn Sephiroth müssen von oben nach unten gelesen werden. Was in der Dimension des Himmels in feiner Schwingung angelegt ist, verdichtet sich stufenweise nach unten in die irdische Manifestation. Von der Erdenwurzel aus eröffnen sich die Pfade der Weisheit, die den erneuten Aufstieg des Bewusstseins ermöglichen. Das beste Verständnis für den Plan Gottes bringt das Vorlesen der hier verfügbaren Texte mit sich. Auf quinque-bibliothek.de lässt sich derselbe Inhalt als Lesung des Schauspielers Christoph Quest herunterladen. Die hier aufgeführte Betrachtung des kabbalistischen Lebensbaumes lebt von Zuordnungen, wie sie ursprünglich überliefert worden sind. Es war das große Verdienst des Autoren und Seminarleiters Hans-Dieter Leuenberger (1931-2007), alle Neuerungen des Golden Dawn (1888-1903) wieder in das Traditionelle zurückzuführen, was mir in den achtziger Jahren, als ich seine Kurse besuchte, sehr einleuchtete, wie z.B. die Tatsache, dass der Erzengel Michael auf Tiphareth gehört und der Erzengel Raphael auf Hod. In der Bibliographie am Ende des Buches können Sie Bücher von Hans-Dieter Leuenberger finden.


Gabriele Quinque ist Autorin und Seminarleiterin. Ihre Bücher, Mysterienspiele, Artikel, Seminare und Vorträge bringen Suchenden die abendländische Mystik nahe. Seit 1989 begleitet sie Klienten in dem von ihr für die heutigen Bedingungen als Trancearbeit konzipierten Tempelschlaf. Auf der Grundlage langjähriger Erfahrungen in Initiatenorden wurde sie 2000 Gründungsmitglied des „FMG-Förderkreis für Mythologisches Gedankengut e.V.“, der sich die Aufgabe stellt, tradierte Mythen zu bewahren und die Weisheit der Älteren Brüder im dazugehörigen Templum C.R.C. (www.templum-crc.de) durch das Gradsystem in der Tradition der Gold- und Rosenkreuzer lebendig zu halten.


Leseprobe:

(...) In der gesamten Schöpfung kehrt nichts in die Einheit zurück, das nicht vorher am äußersten Punkt der Verdichtung angekommen ist. Als Konsequenz einer keimenden Dualität erfolgte die Vertreibung aus dem Paradies. Dies klingt wie eine Strafe, wäre da nicht die Erteilung des Freien Willens als Geschenk Gottes an den Menschen. Das größere Unglück für Adam und Eva hätte darin bestanden, im Garten Eden auch noch die Früchte von dem Baum des ewigen Lebens zu essen. Dann hätten sie für immer halbbewusst im Paradies verweilen müssen und würden nicht in den Schoß der Gottheit heimkehren können.

Wegen der genossenen Frucht von dem Baum der Erkenntnis, kann der Mensch auf seinem langen Weg durch die Stufen der Schöpfung tatsächlich erkennend werden und eines Tages aus Freiem Willen den Entschluss fassen, zu Gottvater zurückzukehren. Für diesen Rückweg schuf die jüdische Mystik den Lebensbaum, der nun in der Literatur kurz Etz Chaim genannt wird und die Emanationen der Gottheit in strukturierter Ordnung aufzeigt. Zu seiner größten Herrlichkeit ersteht der Baum des Lebens in der christlichen Offenbarung des Johannes auf. Dort bildet er neben Gott selbst den Mittelpunkt des Neuen Jerusalem. In der siebten Seligpreisung heißt es: „Selig, die gewaschen haben ihre Kleider, damit ihnen zuteil wird ein Recht an dem Baum des Lebens und sie einziehen zu den Toren der Stadt.“ (Offb 22,14)

Als Wegweiser zu den segensreichen Weltbildern kosmischer Wahrhaftigkeit steht uns der kabbalistische Lebensbaum zur Verfügung. Die Betrachtung und die meditative Verinnerlichung dieses Denkmodells lassen den Mystiker unweigerlich religiös werden. Religion ist Rückbindung an den Göttlichen Ursprung. Religion fördert weder gutes Benehmen, noch dient sie einem persönlichen Vergnügen oder materiellem Zugewinn. Religion will ein sinnvoller Leitfaden sein, um Einsichten zuwege zu bringen, die eine Befreiung des Menschen aus den Fängen der Widersacher ermöglichen. In ihren Gleichnissen stellt die Religion viele Beispiele für die Erhebung der Seele zur Verfügung. Wie das Schiff bei Nacht einen Leuchtturm braucht, um sich in rechter Weise dem Hafen zu nähern, so bedarf ein Erdenbürger der religiösen Anleitung. Ohne diesen Segen kommt niemand in die Freiheit und geht keiner in den himmlischen Frieden ein.

Der Auftrag aller Religionen besteht darin, die um Erlösung bittende Gemeinde in ihrem Streben nach oben zu unterstützen. In jeder Religion erfährt der Erdenmensch, wie er von Gott oder den Göttern bzw. Titanen erschaffen wurde und dass eben diese himmlische Väterlichkeit nichts sehnlicher wünscht als seine Heimkehr. Es wird stets betont, unterstützend für die Erhebung der Seele sei der göttliche Funke, der ihr innewohne. Der erfahrene Rosenkreuzer nennt diesen Funken den Gott meines Herzens. Sobald dieser innere Funke an seine absolute Heiligkeit erinnert wird, entfacht er sich selbst zum Feuer der Begeisterung. Besonders intensiv geschieht dies, wenn der Mensch sich klopfenden Herzens in feierliche Riten der Verehrung einbinden lässt. Sakrale Handlungen werden im Judentum in Synagogen, im Christentum in Kirchen und in der Mystik in Tempeln zelebriert. Es sind diese Rituale, die den Göttlichen Funken in stetig gelindem Feuer halten.

Wie die Thora, so wird auch der kabbalistische Lebensbaum als ein Modell der Welt in ihren sichtbaren und unsichtbaren Anteilen verstanden. In weniger metaphorischer Gestalt als die Thora selbst, enthüllt er die Struktur der Schöpfung und veranschaulicht Fall und Aufstieg allen Seins in einer geordneten grafischen Darstellung. Die omnipotente Existenz und die Unfehlbarkeit Gottes wird in der Kabbala vorausgesetzt. Der Begriff Existenz leitet sich ab von dem lateinischen Wort existere, in das Leben treten. Thelema, der Göttliche Wille, ist es, der durch seine Schöpfung in das Dasein schreitet. Im sakralen Verständnis dringt die Emanation Gottes wellenförmig aus der Transzendenz in die Immanenz vor; sie bewegt sich gleichsam aus dem Mittelpunkt der Verborgenheit an die Peripherie der Sichtbarkeit. Der Lebensbaum bildet diesen Vorgang nicht von innen nach außen ab, sondern von oben nach unten. Oben herrscht der Allerhöchste als Einheit, unten befindet sich die Vielheit. Dazwischen dehnt sich eine Hierarchie aus, deren Aufgabe es ist, die Manifestation in allen Welten, den sichtbaren und den unsichtbaren, mit dem höchsten Willen zu temperieren. Auf diese Weise werden unablässige Kurskorrekturen durchgeführt, die nicht immer friedlich verlaufen. Alles Leid des Irdischen findet seine logische Erklärung in solchen Revisionen.

Was prinzipiell oben in der Dimension des Himmels geschieht, geschieht auch unten, es setzt sich stufenförmig fort. Unterschiede existieren nur in den Graden zunehmender Verdichtung von oben nach unten. Der oberste Bereich bildet die höchstmögliche Seinsform in feinster Schwingung, das Ende befindet sich unten in der niedrigsten und gröbsten Schwingung. Der Erdenmensch wohnt ganz unten in der Dichte materieller Vielheit, aber seine Seele besitzt Anteil an allen Graden der Schwingung, auch an der höchsten. Deshalb besteht die Sehnsucht nach einer Erhebung der Schwingung auf eine höhere, feinere Ebene. Stets blickt jeder Mensch gern hinauf, denn er ahnt über sich das Schöne!

 

 



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